Berufsmessen als wichtige Informationsquelle
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Berufsmessen weiterhin eine wichtige Informationsquelle für die Berufswahl darstellen. Dort können die Jugendlichen Berufe hautnah erleben, Fragen stellen und wertvolle Kontakte knüpfen. Um die Berufe der Land-, Baumaschinen- und Motorgerätetechnik noch attraktiver zu präsentieren, wurden die Werbemittel des Fachverbandes im letzten Jahr überarbeitet und modernisiert. Ein einheitliches Erscheinungsbild sorgt dabei für einen wiedererkennbaren Auftritt. Dadurch wird nicht nur die Sichtbarkeit der Berufe erhöht, sondern auch die Wahrnehmung von Agrotec Suisse als moderner und attraktiver Berufsverband gestärkt.
Gute Benotung der Ausbildungsbetriebe
Nach der Berufswahl und der Entscheidung für einen Ausbildungsbetrieb beginnt für die angehenden Landmaschinen-, Baumaschinen- und Motorgerätemechanikerinnen und -mechaniker EFZ die vierjährige Lehrzeit. Die Ergebnisse der diesjährigen Lernendenumfrage zeigen deutlich, dass die Mehrheit der Befragten mit ihrem Lehrbetrieb zufrieden ist. Über alle befragten Bereiche hinweg erreichen die Betriebe einen Durchschnittswert von rund 3,3 Punkten auf einer Skala mit dem Bestwert von vier Punkten. Dieses Resultat unterstreicht die hohe Qualität der Ausbildung und das grosse Engagement der Ausbildungsbetriebe. Besonders positiv fällt die Bewertung des Teams aus. Ein gutes Arbeitsklima, die Unterstützung durch Mitarbeitende und Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sowie die Zusammenarbeit im Betrieb werden von den Lernenden geschätzt. Dies bestätigt einmal mehr, wie wichtig eine gute Stimmung im Betrieb für eine erfolgreiche und motivierende Ausbildung ist. Ebenfalls positiv beurteilt werden die Arbeitsbedingungen, die Arbeitssicherheit sowie die abwechslungsreichen Tätigkeiten im Berufsalltag. Die Lernenden erleben die Ausbildung als vielseitig und praxisnah und können sich aktiv in die betrieblichen Abläufe einbringen. Die insgesamt guten bis sehr guten Bewertungen zeigen, dass die Erwartungen der Lernenden an ihren Lehrbetrieb in weiten Teilen erfüllt werden. Gleichzeitig macht die Umfrage deutlich, dass die Betriebe künftig gefordert sind, ihre Ausbildungsqualität weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse der jungen Berufsleute einzugehen.
Berufsfachschule und üK werden positiv berurteilt
Die Mehrheit der Befragten beurteilt den Unterricht an den Berufsfachschulen als anspruchsvoll, aber angemessen. Auch die überbetrieblichen Kurse werden überwiegend positiv bewertet. Das deutet auf eine ausgewogene und interessante Ausbildung hin. Ein Teil der Lernenden wünscht sich mehr Ausbildungstage in den überbetrieblichen Kursen, um das Erlernte besser festigen zu können. Erfreulich ist, dass viele Lehrabgänger nach Abschluss der Ausbildung in ihrem Lehrbetrieb oder zumindest in der Branche weiterarbeiten möchten. Zudem setzen sich bereits zahlreiche junge Berufsleute mit Weiterbildungsmöglichkeiten auseinander, wobei insbesondere die Ausbildungen zum Diagnosetechniker oder Meister auf grosses Interesse stossen. Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch, dass ein Teil der ausgebildeten Fachkräfte die Branche nach einigen Jahren verlässt. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse die Attraktivität der Berufe, machen aber auch deutlich, dass die langfristige Bindung von qualifizierten Fachkräften weiterhin eine grosse Herausforderung bleibt.
Dem Bildungsbericht wird zu wenig Beachtung geschenkt
Ein weniger erfreuliches Ergebnis der diesjährigen Lernendenumfrage betrifft den Bildungsbericht. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, dass während der Lehrzeit nur unregelmässig oder kein Bildungsbericht erstellt wurde. Weiter fanden auch keine regelmässige Besprechung dieses wichtigen Ausbildungsinstruments statt. Dieses Resultat macht nachdenklich, denn der Bildungsbericht ist nicht nur ein bewährtes Führungs- und Förderinstrument, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. Das Berufsbildungsgesetz (BBG) verlangt, dass der Ausbildungsbetrieb den Lernerfolg der Lernenden regelmässig überprüfen. Ergänzend dazu hält die Bildungsverordnung fest, dass der Bildungsstand der lernenden Person mindestens einmal pro Semester dokumentiert und besprochen werden muss. Der Bildungsbericht dient dabei als Grundlage für den fachlichen Austausch, zur Standortbestimmung und zur gemeinsamen Festlegung von Entwicklungszielen. Die Umfrage zeigt deshalb deutlich, dass diesem Thema in Zukunft wieder vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, damit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten und die Qualität der Ausbildung weiter gestärkt werden können.
Fazit
Die Lernendenumfrage 2026 bestätigt die erfreulichen Ergebnisse der vorjährigen Umfrage und liefert wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung der Ausbildungen Baumaschinen-, Landmaschinen- und Motorgerätemechaniker. Besonders auffällig ist die konstante hohe Bedeutung des Teams und des Arbeitsklimas in den Lehrbetrieben. Zurzeit befindet sich Agrotec Suisse in der vorteilhaften Lage, weiterhin hohe Lehrlingszahlen zu verzeichnen.
Doch angesichts aktueller demografischer und gesellschaftlicher Entwicklungen wird es auch in der Landtechnik herausfordernder, gute Lernende zu finden. Daher ist es wichtig, schon jetzt die Weichen für eine starke Nachwuchsförderung zu stellen.